Forschung

Als Spinn-off der Technischen Universität Berlin führen wir unsere Forschungen gemeinsam mit dem Lehrstuhl für Informations- und Kommunikationsmanagement weiter.

Vertrauen in der Share Economy

Jonas Repschläger, Rüdiger Zarnekow, Nils Meinhardt, Christoph Röder, Thorsten Pröhl

Durch den technologischen Fortschritt und die steigende Internetnutzung verändert sich das Leben vieler Menschen. Es entstehen neue Möglichkeiten im Rahmen einer kollaborativen Ökonomie, auch Share Economy genannt. Über das Internet werden Gegenstände getauscht, private Autos oder Wohnungen vermietet und so neue Geschäftsmodelle entdeckt. Das Fehlen von Vertrauen zwischen Internetnutzern ist hierbei häufig ein kritisches Thema. Bis zu 80% der Internetnutzer wollen wegen mangelnden Vertrauens keine Angebote der Sharing Economy nutzen. Mit dieser Studie sollen Einblicke in die Vertrauensbildung in der Share Economy gewonnen werden. Hierzu wurden Faktoren von Online- Profilen untersucht und evaluiert, wie wichtig diese bei der Vertrauensbildung sind.
Die Studienergebnisse zeigen, dass in der Share Economy übergeordnete Faktoren zur Vertrauensbildung existieren, die über mehrere Domänen hinweg Gültigkeit besitzen.
Einer der wichtigsten Faktoren, um Vertrauen zu schaffen, ist die erworbene Reputation in Form von Bewertungen. Hinzu kommen die Kommentare und Texte, die im Rahmen der Bewertungen von Dritten verfasst werden.
Für das Vertrauen sind ebenso die verfügbaren Kontaktinformationen wichtig. Wesentlich ist, dass dem Gegenüber vermittelt wird, eine greifbare Person mit Kontaktmöglichkeiten, wie Telefon oder Adresse, vor sich zu haben. Hierbei schafft es häufig schon Vertrauen, wenn die Kontaktdaten in einem näheren geographischen Umfeld liegen.
Unabhängig vom Anwendungsfall sind darüber hinaus die Qualifikation und die Erfahrung des Anbieters wichtig, um eine Transaktion in der Share Economy durchzuführen. Für eine möglichst hohe Glaubwürdigkeit sollten darüber hinaus die Informationen verifiziert sein.

Konzeption eines Modells zur Identifikation und Übertragung von Vertrauensfaktoren in Share Economy und Social Media: eine Grounded Theory Analyse

Christian Herrmann (Associated Researcher)

Mit der steigenden Bedeutung von P2P-Portalen in der Share Economy, in der materi- elle und immaterielle Ressourcen mit Fremden geteilt werden, gewinnt das Vertrauen zwischen Nutzern immer mehr an Bedeutung. Eine Möglichkeit, diese Vertrauensprob- lematik zu adressieren, wird in der Etablierung zentraler Systeme der Vertrauensbil- dung im Internet gesehen, welche die Reputation eines Nutzers von verschiedenen Online-Portalen sammeln und aggregieren. Bisher fehlt es jedoch an umfassenden wissenschaftlichen Untersuchungen dieser Systeme aus Sicht des Nutzers.
Diese Arbeit liefert eine systematische Untersuchung des Vertrauens zwischen Nut- zern in der Share Economy sowie der Potenziale solcher zentralen Systeme für die Vertrauensbildung und präsentiert ein Modell der Identifikation und Übertragung von Vertrauensfaktoren in der Share Economy. Unter Verwendung der Grounded Theory Methode wurden hierfür 20 Nutzerinterviews in den Anwendungsfällen Mitfahrgelegen- heiten, privates Roomsharing und privater Online-Handel durchgeführt und qualitativ ausgewertet.

Analyse und Identifizierung von Nutzergruppen hinsichtlich ihrer Bereitschaft zur Informationspreisgabe auf sozialen Netzwerken

Simon Senkl (Associated Researcher)

Obwohl die Besorgnis im Hinblick auf Datenschutz und Privatsphäre ständig wächst, werden immer mehr persönliche Daten und Informationen in sozialen Netzwerken zur Schau gestellt. Im Rahmen dieser Bachelorarbeit wird untersucht welche Informationen über verschiedene soziale Netzwerke preisgegeben werden. Für die Analyse werden Profildaten von verschiedenen sozialen Netzwerken gesammelt. Dabei wird auf private Netzwerke, Business-Netzwerke und Marketplaces zurückgegriffen. Aus den gewonnenen Daten werden anschließend mit Hilfe statistischer Analysen und Methoden zur Mustererkennung typische Nutzungsprofile identifiziert. Es wird beleuchtet welche Unterschiede hinsichtlich der Bereitschaft der Nutzer zur Informationspreisgabe existieren und welche Personenprofile auf plattformübergreifender Ebene abgeleitet werden können. Konkreter wird den Fragen nachgegangen, welche Art an Informationen auf welchen Plattformen gefunden werden kann, welche Informationen ein typischer Nutzer eines Netzwerkes freigibt, und welche Informationen man aus der Verknüpfung verschiedener Netzwerkprofile erhalten kann.

Literaturreview Vertrauen im Internet

Jacob Kröger (Associated Researcher)

Wie in der physischen Welt, ist auch im Internet das Vertrauen eine entscheidende Voraussetzung für unsere Bereitschaft, persönliche und geschäftliche Beziehungen einzugehen. Da im Internet viele Mittel der zwischenmenschlichen Kommunikation – wie z.B. Handschlag, Körpersprache und direkter Augenkontakt – nicht vorhanden sind und sich die zwischenmenschlichen Interaktionen hier häufig auf die Abwicklung einzelner Transaktionen beschränken, ist die Vertrauensbildung im Internet ein einzigartiges Phänomen, das eine seit Jahren wachsende Aufmerksamkeit der internationalen Wissenschaftsgemeinde genießt. Ziel dieser Arbeit ist es, anhand eines systematischen Literaturreviews den Stand der Forschung auf diesem Gebiet zu erfassen und dem Leser einen Überblick über die existierenden vertrauensbildenden Faktoren und Ansätze im Internet zu geben. Im Rahmen der Recherche konnten konkrete Faktoren und Ansätze identifiziert und klassifiziert werden, die in der Literatur vielfach Erwähnung finden. Die Ergebnisse des Literaturreviews geben außerdem zu erkennen, dass sich die verschiedenen vertrauensbildenden Ansätze durch bestimmte Vor- und Nachteile auszeichnen und dass für ihre optimale Wirkung insbesondere die individuellen Merkmale des Internetnutzers – d.h. seine demographischen Eigenschaften, sein kultureller Hintergrund, etc. –berücksichtigt werden sollten. In diesem und einigen anderen Feldern wurde ein weiterhin großer Forschungsbedarf festgestellt. Schließlich kann aus den Ergebnissen dieser Arbeit auch geschlossen werden, dass viele der derzeit existierenden vertrauensbildenden Faktoren und Ansätze im Internet nur ein oberflächliches Vertrauen herstellen, ohne tatsächlich das Transaktionsrisiko zu senken.

Faktoren für die Zuverlässigkeit von airbnb Bewertungen

Daniel Schlesinger (Associated Researcher)

Die Share Economy Plattform airbnb bietet vielen Millionen Nutzern die Möglichkeit, Privatunterkünfte zu vermieten. Entscheidend für das Matching von Mieter und Vermieter ist das gegenseitige Vertrauen, welches bei der Vermittlung durch Bewertungen und einer zusätzlichen Verifikation der Personen zustande kommen soll.
Welchen Einfluss diese Informationen auf das Nutzerverhalten haben, wird anhand einer statistischen Auswertung aus den Daten von über zehn Millionen airbnb-Nutzern evaluiert. Wir gehen der Frage nach, ob es bei der Roomsharing-Plattform überhaupt schlecht bewertete Unterkünfte gibt und wie sich dies auf die Anzahl der Buchungen auswirkt. Des Weiteren führen wir Cluster Analysen durch, um spezielle Gruppen unter den Usern zu bilden.
Mit diesen Analysen arbeiten wir Faktoren heraus, die zuverlässig gute von schlechten Unterkünften und Nutzern unterscheiden.

Wirkung des Konstrukts Vertrauen im Internet

Milena Sandri (Associated Researcher)

Gemeinsam mit drei Kommilitonen untersucht Milena in dem Modul Beratungspsychologie die Wirkung des Digitalen Vertrauensausweises des Unternehmens Trustami unter Berücksichtigung der Wirkung des Konstrukts Vertrauen im Internet. Es handelt sich hierbei um eine qualitative Untersuchung.

Technologien des semantischen Webs

Laura Hoting (Associated Researcher)

Das Überangebot von Events und Events anbietenden Websites, Emails, Newsletter oder RSS-Feeds wird immer größer und vielfältiger, aber auch unübersichtlicher. Um hieraus schneller persönlich passende Veranstaltungen filtern zu können, könnte es angenehm sein auf einer Plattform automatisch Vorschläge zu bekommen. Hier könnten durch das Verknüpfen des eigenen Profils des „Social Networks“, welches aktualisiert und personalisiert ist, mit Event-Daten, individuell passende Empfehlungen gemacht werden.

Lauras Arbeit befasst sich mit der Erläuterung der Technologien des Semantischen Webs, sowie der Profilanalyse verschiedener Sozialer Netzwerke und ihrer Unterpunkte. Außerdem wurden bestimmte Punkte für das eindeutige und zuverlässige Bestimmen von Events ermittelt. Ein Schwerpunkt wurde besonders auf die Analyse von Klassifikationsschemata der Veranstaltungen bei Erfassung und Vermittlung von Eventdaten gesetzt. Es wird eine erkennbar einheitliche Taxonomie von Events ermittelt und geläufige Kategorien, wie Datum, Ort und Art der Veranstaltung, untersucht. Ebenfalls werden semantische Probleme analysiert, um Unstimmigkeiten und Sinnüberschneidungen der Profildaten zu vermeiden und ein gezieltes, bestimmtes und angepasstes Zuweisen von Events zu ermöglichen.