Erfolgsfaktor Technisches SEO

Von 16. Februar 2017 Tutorial Kein Kommentar
Technical SEO

Das Thema SEO beeinflusst das Handeln vieler Onlinehändler. Ohne eine gute Auffindbarkeit in den Suchmaschinen, ist es schwer seinen eigenen Shop lukrativ und nachhaltig neben den großen Marktplätzen zu betreiben.
Für viele kleine und mittelgroße Händler im E-Commerce ist es ein wichtiges, aber auch leidiges Thema. Uns erreichen immer wieder Anfragen von Kunden, bei denen scheinbar selbst große Investition in Suchmaschinenoptimierung den Traffic auf den eigenen Shop nicht wesentlich erhöhen.
Aus diesem Grund haben wir mit und für unsere Kunden eine ausführliche Studie zu diesem Thema durchgeführt. Hierbei ist besonders aufgefallen, dass ein sehr wichtiger Baustein für die gute Auffindbarkeit bei den Suchergebnissen fehlte: technisches SEO.
Technische Faktoren sind und bleiben eine Grundvoraussetzung für gute Rankings. Um diese Faktoren positive zu beeinflussen und den eigenen Onlineshop technisch auf einen soliden Stand zu bringen, benötigt es oftmals keine großen Investitionen und in einigen Fällen nicht einmal viel technischen Sachverstand.

Mobile First

Webseiten werden mittlerweile immer öfter von Mobilgeräten wie Smartphones und Tablets aufgerufen. Diesem Trend folgt Google und hat vor einiger Zeit angekündigt, mobilfähige Seiten gegenüber Desktopversionen zu bevorzugen. Darüber hinaus wird der Mobilnutzer schon bei den Suchergebnissen gewarnt, wenn die entsprechende Webseite über keine mobilfreundliche Version verfügt. Dieser Trend darf nicht verschlafen werden, denn die Auswirkungen können einen großen Einfluss haben.
Wer also noch keine mobile (oder responsive) Version seiner Website hat, sollte damit schnellstens beginnen! Grundlegende Informationen hat Google bereits in einem eigenen Artikel zusammengestellt.

Duplicate Content (=Doppelter Inhalt)

Für eine Webseite oder einen Shop ist es sehr wichtig einzigartigen Inhalt (Unique Content) zu haben. Nicht nur Nutzer könnten durch gleiche Inhalte auf unterschiedlichen Seiten verwirrt werden, sondern auch die Suchmaschinen selbst. Daher werden in den Suchergebnissen solche Seiten bevorzugt, die einzigartige Inhalte für den Nutzer bereitstellen.
Viele Webseiten sind über mehrere URLs, wie z.B. https://www.trustami.com, https://trustami.com , https://www.trustami.de erreichbar. Dem Nutzer ist der Unterschied dabei oftmals nicht bewusst, wird er doch auf die gleiche Seite weitergeleitet. Sollten die Informationen nicht gründlich und richtig bereitgestellt werden, fällt es Suchmaschinen schwer hier eine Unterscheidung zu treffen. Eine Weiterleitung sollte in der Regel permanent (HTTP-Statuscode 301) und nicht temporär (302) erfolgen.
Es gibt auch einige Fälle, in denen Duplicate Content (gerade auf E-Commerce Seiten) gerade gewollt oder notwendig ist. In diesem Fall sollte dieser Inhalt unbedingt mit Canonical Tags (Beispiel: <link rel=“canonical“ href=“http://www.beispiel.de/beispielseite.htm“/>) für die Suchmaschine gekennzeichnet werden.

Optimierte URLs

Viele Shops benutzen für die Produkt- oder Kategorieseiten kryptische URLs. Wer hofft, dass so etwas auf den Nutzer keinen Einfluss hat, liegt häufig falsch. Schauen wir uns einmal die Anzeige der Suchergebnisse bei Google an. Mal ehrlich: auf welchen Link würde ein Nutzer eher klicken? Auf einen kryptischen Link, ohne Hinweis auf Inhalt und Ziel oder auf einen Link, der transparent den Inhalt bzw. das Ziel sichtbar darstellt?
Suchmaschinen sehen das übrigens ähnlich und handeln bzw. priorisieren an üblichen Verhaltensmustern von Internetnutzern. Onlineshops die optimierte URLs benutzen, können sich dadurch einen echten temporären Wettbewerbsvorteil verschaffen.

Title/Alt/H1/H2 und vieles mehr

Online-Shops sollten es sich nicht leisten, HTML-Grundlagen zu ignorieren, wenn sie bei den Suchergebnissen weit oben stehen möchten.

  • <Title> mit Keywords: Benutzen Sie schon passende und optimierte Schlüsselwörter im <title> Tag Ihres Onlineshops? Das ist nicht schwer umzusetzen und wird bei sachgerechter Verwendung von Suchmaschinen belohnt. Die besten Keyword-Tools finden Sie in diesem Artikel.
  • Alt-Attribute: Sind alle Bilder mit alt-Attributen ausgestattet? Sie und Ihre Nutzer können die Bilder sehen und interpretieren. Doch die Suchmaschine kann das nicht. Und was passiert, wenn ein Bild bei einem Nutzer nicht geladen wird? Ein weißer Bereich auf dem Onlineshop ist keine gute Werbung für die eigenen Produkte. Alt-Attribute bei Bildern geben eine Beschreibung des Bildes in Worten wieder. Dadurch kann die Suchmaschine die Bilder besser einordnen. Und wenn das Bild bei einem Nutzer nicht geladen wird, wird dort zumindest ein Beschreibungstext, statt eines weißen Bereichs angezeigt.
  • Überschriften Tags <h1>: Sind Überschriften richtig mit den Elementen <h1>, <h2> usw. gekennzeichnet? Wenn nicht, sollte dies schnell nachgeholt werden.
  • Strukturelemente: Ebenso sollten andere Strukturelemente, wie Aufzählungszeichen oder Bulletpoints verwendet und nicht nur mit einem Bindestrich für Nutzer lesbar gekennzeichnet werden.

Der Vorteil scheint auf den ersten Blick nicht immer erkenntlich, doch sauberes HTML und eine strukturierte Verwendung gleicher Elemente hilft nicht nur den Suchmaschinen, sondern ebenfalls dem Ersteller der Seite und auch dem Nutzer, der sich durch ein einheitliches Design schneller in dem Onlineshop zurechtfindet.

Ladezeit und Komprimierung

Wie lange lädt eigentlich Ihre Seite? Bei zu langen Ladezeiten springen nicht nur Ihre Kunden schon ab, bevor sie überhaupt auf der Seite sind. Auch Suchmaschinen bewerten langsame Ladezeiten negativ. Und dabei können viele Verbesserungen schnell und selbstständig erzielt werden.

  • Komprimierung: Sind alle Bilder komprimiert? Wenn nicht, sollte dies schnellstens nachgeholt werden. Dafür stehen viele kostenlose Tools, wie TinyPNG zur Verfügung. Wenn wir schon beim Thema Komprimierung sind: Wurden alle CSS und JavaScript Dateien minimiert? Das spart in der Regel viele Kilobytes, die gerade Mobilnutzer deutlich spüren. Wurde die Verbindung mit GZIP komprimiert? Dadurch lässt sich ebenfalls einige Performance herausholen.
  • Weniger ist mehr: Wie viele Einzeldateien werden bei einem normalen Aufruf der Seite geladen? Browser können nur eine begrenzte Anzahl von Dateien gleichzeitig laden. Das heißt, dass viele Dateien – mögen sie noch so klein sein – warten müssen, bis sie geladen werden können. Daher empfiehlt es sich, jeweils die JavaScripts und CSS Dateien möglichst in einer Datei vereinen.
    Fortgeschrittene können Bilder auch in Sprites zusammenfassen. Das empfiehlt sich jedoch nur in speziellen Fällen, wenn die Bilder beispielweise auf einer Seite nicht ständig geändert werden müssen.

Weitere Tipps

  • Aktiv handeln: Weitere kleine Verbesserungen haben ebenfalls große Auswirkungen auf die Auffindbarkeit Ihres Onlineshops.
    Übermitteln Sie eine Sitemap zu Google. Dadurch weiß die Suchmaschine, welche Unterseiten indiziert werden sollen. Aktualisieren Sie diese, sobald einige Seiten nicht mehr zu erreichen sind. Denn auch 404-Fehler können zu einer Abstrafung der Seite führen. Sollen einige Bereiche des Shops (wie der Admin-Bereich) nicht indiziert werden? Schließen Sie diese mit der robots.txt aus.
  • Javascript im Auge behalten: Wann wird das JavaScript auf Ihrer Seite geladen und wo wird es benötigt? Werden JavaScript-Elemente erst nach dem herunterscrollen angezeigt, sollten diese „Below the fold“ – also nicht im ersten Sichtbereich – geladen werden.
  • Sicherheit: Ist Ihr Shop schon HTTPS-Verschlüsselt? Dieses sichere Protokoll entwickelt sich immer mehr zu einem Ranking-Faktor. Dabei sollte vor allem drauf geachtet werden, dass die Zertifikate von allen Browsern und allen Geräten akzeptiert werden, um Warnungen zu vermeiden, die den Kunden abschrecken.

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