Corona im Paket? – Die Pandemie und der eCommerce

Von 18. März 2020 Allgemein Kein Kommentar
Der Corona Virus geht um und mit ihm die Panik. Was sind sinnvolle Vorsichtsmaßnahmen?

Ein Gespenst geht um in der Welt – das Gespenst Corona. Wie soll man sich jetzt verhalten? Muss man die Sache ernst nehmen? Kommt Corona jetzt im Paket aus China? Erst gab es nur die Panikmacher, die sich bereits Wochen zuvor mit genug Nudeln und Klopapier eingedeckt haben um daraus ein eigenes Quarantänezelt zu bauen. Direkt darauf folgten die, die sich lustig machten, über die Panikmacher und über Corona selbst. Nur eine kleine Grippe ist es nicht, soviel ist mittlerweile klar. Aber die Gefahr ist nicht der Virus selbst, sondern was er mit unserer Infrastruktur anstellt.

Auch in den Aktienkursen zeichnet es sich ab: Corona ist vor allem eine Belastung für die Wirtschaft. Dies gilt insbesondere für den stationären Handel (außer Supermärkte, deren Absätze stiegen durch Hamsterkäufe kurzfristig um bis zu 400%) und den Kulturbetrieb. Der Versandhandel hingegen, verzeichnet erhöhte Umsätze, vor allem für die Warengruppen Lebensmittel und Hygieneartikel und Putzmittel, sowie Unterhaltungsmedien¹. In China werden die Bürger angehalten, sich Lebensmittel ins Haus liefern zu lassen. Das Szenario ist auch hier nicht mehr ganz so weit entfernt.

Corona im Paket? Eher mehr Umsatz für den Onlinehandel.

Kommt Corona im Paket aus China?

Die Unsicherheit in der Bevölkerung liegt vor allem an der undurchsichtigen Informationslage und der passiven Haltung der Regierung. Statt aus den Fehlern anderer Staaten zu lernen, zögerte man auch in Deutschland klare Maßnahmen zu lang hinaus. Das liegt auch daran, dass die letzte Pandemie dieser Größenordnung bereits über fünfzig Jahre zurück liegt und aus dem aktiven Gedächnis verschwunden ist. Eine proaktive Informationskampagne hätte dabei Wunder wirken können und die Ausbreitung von Anfang an stark verlangsamen können. In punkto Corona im Paket können wir jedoch auch unseren Teil zur Aufklärung beitragen. Hier ein paar Antworten auf heiße Fragen:

Wenn ich Waren aus China bestelle, kann es sein, dass Corona im Paket lauert?

Rein theoretisch ist das möglich. Der Virus kann auf Papier oder Pappe etwa 24 Stunden überleben. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Virus ins Paket gelangt und den langen Weg nach Deutschland überlebt, extrem gering. Um sicher zu gehen, können Sie die äußere Verpackung zügig entsorgen und den Inhalt teilweise desinfizieren.

Wird Corona den Warenverkehr beeinträchtigen?

Das ist bereits geschehen. Die deutsche Post nimmt beispielsweise keine Pakete nach China mehr an. Auch der Versand im Inland kann auf Dauer in Schwierigkeiten geraten. Das hängt aber stark davon ab, wie stark die Bevölkerung beim Seuchenschutz mitwirkt. Wer sich regelmäßig die Hände wäscht, sich sozial so gut es geht isoliert und verantwortlich mit der Situation umgeht, hilft dabei, die Ausbreitung zu verlangsamen. Warum das wichtig ist? Die Wissenschaft geht davon aus, dass sich etwa zwei Drittel der Bevölkerung infizieren müssen, damit die dadurch aufgebaute Immunität den Ausbruch stoppt. Es macht jedoch einen großen Unterschied, ob dies in einem Zeitraum von Jahren geschieht, oder innerhalb von Monaten. Der Virus mag zwar nicht für jeden gefährlich sein, sorgt jedoch für allerhand Krankheitsausfälle. Das gilt für Krankenhäuser genau wie für Auslieferungsbetriebe. Es könnte also im Extremfall zu weitreichenden Beeinträchtigungen kommen.

Corona im Paket ist nicht die echte Gefahr

Was kommt die nächsten Monate auf den Handel zu?

Der Absturz des DAX lässt es schon erahnen: Die Corona Epidemie wird starke Auswirkungen auf die Wirtschaft haben. Und vermutlich ist das was wir zurzeit erleben nur der Anfang. Wenn die Ausbreitung des Virus nicht verlangsamt werden kann, droht ein gewaltiger Einschnitt in die Infrastruktur. Personalausfälle, Einbrüche der Warenketten, Lieferprobleme. Hinzu kommen die Einschränkungen in privaten Leben, die das Konsumverhalten der Menschen ändern könnten. Wie genau sich das entwickeln wird, lässt sich leider nur schwer sagen, da wir keine aktuellen Präzedenzfälle kennen. Der Onlinehandel sollte jedoch nicht direkt leiden, wenn er nicht sogar von der Quarantäne profitiert, da die Menschen nicht mehr in die Geschäfte gehen. Allerdings hat die Wirtschaftssituation auch indirekte Auswirkungen auf die Kaufkraft der Leute. Wie sehr sich das auf Dauer bemerkbar macht, müssen wir abwarten.

Was kann ich tun um mich selbst und andere zu schützen?

Wie bereits beschrieben ist das wichtigste Ziel, die Infektionskurve flach zu halten. Nur so kann eine explosionsartige Verbreitung vermieden werden und Krankenhäuser und Infrastruktur vor Überlastung geschützt werden. Der Virus ist in den meisten Fällen nicht gefährlich für gesunde Menschen unter einem bestimmten Alter. Jedoch treten bei ungefähr 14 Prozent der Infektionen Komplikationen auf, die eine Behandlung nötig machen. Ohne Behandlung können auch sonst gesunde Patienten an dem Virus sterben. Deshalb ist es sehr wichtig, sich verantwortungsbewusst zu verhalten und den Anweisungen des Bundesgesundheitsministeriums³ Folge zu leisten. Bei einer verlangsamten Ausbreitung kann eine flächendeckende medizinische Versorgung besser gewährleistet werden.

Quellen:

1: vsv-versandhandel.ch:  Coronavirus: Was ändert sich kurzfristig am Konsumentenverhalten und wie könnten Händler reagieren?

2: Alexander Radtke auf Twitter: Flatten the curve

3: bundesgesundheitsministerium.de: Tagesaktuelle Informationen zum Coronavirus

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