Fakebewertungen – Bundeskartellamt kündigt Prüfungen an

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Bewertungen sind aus dem Internet nicht weg zu denken. Sie sind die Grundlage für viele Entscheidungen. Seitdem es sie gibt, werden Bewertungen im Internet aber immer wieder kritisch hinterfragt. Oft ist es schwierig nachzuprüfen, ob Bewertungen tatsächlich echt sind. Es kommt leider immer wieder vor, dass Bewertungssysteme genutzt werden, um auf unlautere Weise den Wettbewerb zu beeinflussen, zum Beispiel in Form von gekauften positiven Bewertungen. Es soll auch schon vorgekommen sein, dass Bewertungsdienste sich für die bevorzugte Positionierung haben bezahlen lassen, während Betriebe, die nicht zahlungsbereit waren, schlechtere Bewertungen erhielten. In anderen Fällen wurden Bewertungen gezielt genutzt um die Konkurrenz auszuschalten oder um politische Ziele durchzusetzen, wie jüngst bei der Berliner Pizzeria Bocca di Bacco. Das führt dazu, dass mittlerweile einige Kunden Onlinebewertungen weniger Vertrauen entgegen bringen. Einige schwarze Schafe bringen also die gesamte Branche in Verruf, was in der Tat höchst bedauerlich ist, da Onlinebewertungen eigentlich das Gegenteil erreichen sollen: Für mehr Vertrauen im Internet sorgen. Deshalb gehen viele Bewertungsdienste bereits radikal gegen jeden Verdacht von Fakebewertungen vor und entwickeln immer ausgeklügeltere Methoden um diese zu entdecken. Aber auch die Gegenseite schläft nicht und so ist es in Ausnahmefällen fast unmöglich Manipulationen zu erkennen.

Das Bundeskartellamt hat nun angekündigt, sich intensiver mit dem Thema zu befassen. Untersuchungen hätten ergeben, dass die Sorgfalt, mit der Dienstleister die erhobenen Bewertungen prüfen, teilweise extrem schwanke. In Zukunft wolle man sich mehr dafür einsetzen, unfaire Eingriffe in den Wettbewerb zu verhindern. Dazu müsste man auch insbesondere die Dienstleister in die Verantwortung nehmen.

In einer Meldung vom  23.5.2019 kündigte die Behörde an, in den kommenden Monaten vermehrt Befragungen zu der Sachlage vorzunehmen und die Ergebnisse in einem öffentlichen Bericht vorzulegen: „Wenn Verbraucher aufgrund nicht-authentischer Bewertungen zu falschen geschäftlichen Entscheidungen verleitet werden, kann dies einen Verbraucherrechtsverstoß darstellen.“

Wir begrüßen dieses Vorhaben sehr und hoffen, dass es in Zukunft zu besseren Qualitätsstandards in der Branche führen wird. Als Aggregationsdienstleister muss Trustami sich darauf verlassen können, dass die Erhebungsplattformen ihrer Verantwortung gerecht werden und effektiv gegen Fakebewertungen und andere Manipulationen vorgehen. Wir raten dazu, Bewertungen in erster Linie als Indikator zu sehen und sich auch kritisch mit ihnen auseinanderzusetzen. So ist es zum Beispiel sehr wichtig, nicht nur auf die bloße Bewertungsnote zu achten, sondern auch einzelne Bewertungen zu lesen, sowohl positive, wie auch negative. So kann der Kunde sich selbst ein umfassenderes Bild machen und auf dessen Grundlage eine Entscheidung treffen. Eine absolute Garantie sind Bewertungen jedoch nie und auch dessen sollte man sich als aufgeklärter Internet-Nutzer bewusst sein.

Mehr Tipps wie man Fakebewertungen erkennen kann und andere Artikel zum Thema finden Sie hier in unserem Blog.